Chronik der Tischtennisabteilung des TSV Altenbruch

Meine Retrospektive möchte ich vor mehr als fünfzig Jahren beginnen, denn unsere Tischtennisabteilung hatte hier in Altenbruch eine Vorgeschichte. Gleich nach dem zweiten Weltkrieg fanden sich bereits Tischtennisenthusiasten hier in Altenbruch zusammen, die an selbstgebauten Tischtennistischen diesem Sport frönten. Sie waren organisiert im Ruderclub Altenbruch. In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts löste sich der Ruderclub auf. Doch eine kleine Gruppe dieser Tischtennisverrückten hielt weiter ihrem Sport die Stange. Dies waren Siegfried Schlichting, Herbert Markwardt, Hans Foltmer, Ewald Christ sowie die Brüder Rolf und Harro Oldhafer. Da Altenbruch noch keine Turnhalle besaß, mußten sie sich andere Orte suchen, um ihre Tische aufbauen zu können. Da sie nicht immer wohlgelitten waren wegen des ewigen Auf- und Abbaus der Tische, mußten sie häufig die Lokalitäten wechseln. So spielten sie auf dem Saal des „Deutschen Hauses“ oder im Saal des „Hadler Hofes“ oder gar auf dem Sandboden in der Reithalle am Alten Weg. Dann aber konnten sie im Saal des Gasthofes „Zur Linde“ doch noch eine dauerhafte Heimstätte finden. Der Wunsch am Punktspielbetrieb teilzunehmen wurde immer größer. So erschien es unseren Gründungsvätern am einfachsten sich dem TSV Altenbruch anzuschließen. Die Gründungsversammlung fand am 03.09.1959 im Gasthof „Zur Linde“ statt. Zum ersten Abteilungsleiter wurde der Kaufmann Heinz Stüven gewählt, der später von Otterndorf aus sehr viel für den Tischtennissport auch überregional geleistet hat. Ihm zur Seite standen der Kassenwart Olaf Lüdtke und als Schriftführer Willi Binner. Die Abteilungsfarben waren nicht wie im übrigen TSV grün-weiß sondern grün-schwarz. Die Abteilung wuchs recht schnell, so dass man bereits Mitte der sechziger Jahre drei Herrenmannschaften und eine Damenmannschaft auf die Beine stellen konnte. Von Anfang an legte die Abteilung auch sehr viel Wert auf die Jugendarbeit. So waren ständig 10-15 Jugendliche Mitglieder der Abteilung. 1961 veränderte sich der Abteilungsvorstand, weil Heinz Stüven sein Lebensmittelgeschäft in der Langen Straße aufgab, um in Otterndorf ein größeres Geschäft zu übernehmen. Ein neuer Vorstand wurde gewählt und leitete als Triumvirat die Geschicke der Abteilung über 19 Jahre gemeinsam. Als Abteilungsleiter fungierte Harro Oldhafer zum stellvertretenden Abteilungsleiter und Schriftführer wurde Ewald Christ gewählt und Siegfried Schlichting führte die Kasse. Neben den sportlichen Aktivitäten, die naturgemäß im Mittelpunkt standen, fand auch einmal im Jahr ein Wintervergnügen oder ein Sportlerball statt. Dem ersten Festausschuß von 1960 gehörten Brigitte Hoppe, Herbert Markwardt und Ewald Christ an. Später kamen zu den Festivitäten auch noch Ausflüge z.B. nach Tostedt und Börry (bei Hameln) hinzu. 1980 endete die Ära des Dreigestirns an der Spitze der Abteilung als Ewald Christ seinen Posten aufgab und statt seiner Hans Foltmer stellvertretender Abteilungsleiter wurde. Der Nächste der „Großen Drei“, der das Führungsschiff verließ war Siegfried Schlichting, der 1988 als Kassenwart ausschied. Corinna Schwenk hatte danach beide Hände auf der Kasse. Zu guter Letzt gab Harro Oldhafer 1990 die Abteilungsleitertätigkeit in jüngere Hände. Aber der Job blieb in der Familie und wurde von seinem Sohn Axel übernommen. Da auch Hans Foltmer im selben Jahr als stellvertretender Abteilungsleiter zurücktrat suchten und fanden wir mit Klaus tom Suden sen. den richtigen Mann für dieses Amt. Nochmals 1996 wechselte die Verantwortung für die Kasse von Corinna Schwenk auf Wierich Suhr, der die Kasse bis zu seinem Umzug nach Nordenham im Jahre 2004 führte. Danach übernahm Heike Hildebrandt-Meyer unsere Kasse bis zum heutigen Tage. Einen Wechsel gab es 2009 nochmals im Vorstand, denn nach 19-jähriger Tätigkeit gab Klaus tom Suden sen. sein Amt als stellvertretender Abteilungsleiter auf und die Mitglieder wählten Corinna Schwenk zu seiner Nachfolgerin. Durch das Wachsen der Abteilung  und das vor allem im Jugendbereich haben wir 1995 den Vorstand um einen Jugendwart erweitert. Der erste Jugendwart der Abteilung war Christian Tamm bis 2004, ihm folgte bis 2009 Bernd Awischus und ab 2009 bis heute bekleidet Jürgen Loockhoff diesen Vorstandsposten.

Die Mitgliederentwicklung ist im Laufe der Jahre kontinuierlich von anfänglich 21 Mitgliedern auf zwischenzeitlich über 160 gewachsen. Damit ist unsere Tischtennisabteilung schon seit vielen Jahren die Größte im Stadtgebiet und eine der größten im Landkreis Cuxhaven.

Diese Zuwächse haben wir vor allem der ständig wachsenden Jugendarbeit zu verdanken. Damit spielen wir für Altenbruch eine große soziale Rolle, um Kinder von der Straße zu holen, denn zwischenzeitlich spielten knapp 100 Kinder bei uns regelmäßig Tischtennis. Das ist natürlich für unsere Übungsleiter eine Mammutaufgabe. In den Anfangsjahren der Abteilung kamen wir mit  einem Übungsleiter in der Halle aus. Dies ist heute von einer Person nicht mehr zu bewerkstelligen. Unsere frühe Jugendarbeit ist verbunden mit den Namen Ewald Christ, Brigitte Hoppe, Heinz Buddecke, Harro Oldhafer und den für mich unvergessenen Gerd Kükelhahn. Alle opferten sie Teile ihrer Freizeit, um Kindern ihren Sport näher zu bringen. Dietmar Schwarz war dann der erste Übungsleiter mit Lizenz, in den achtziger Jahren stieß dann Helga tom Suden hinzu und die Jugendarbeit wurde immer intensiver. Auch Helga machte die Übungsleiterlizenz und widmete sich sehr ausgiebig dieser Arbeit. Ja sie weitete ihr TT-Betätigungsfeld sogar noch weiter aus und trainierte zeitweise Teile des Landeskader des Tischtennisverbandes Niedersachsen. Durch mehr Trainingszeiten in der Halle und Unterstützung durch ihren Mann Klaus tom Suden sen. (auch Inhaber der Übungsleiterlizenz) , sowie Christian Tamm, Olaf Rinckhoff, Maike Sieroux, Maren Kruse und Axel Oldhafer wuchs die Zahl der Jugendlichen ständig weiter. Später kamen weitere helfende Hände mit Bernd Awischus, Florian Schwenk, Michael Zimmermann, Carina Oldhafer, Jürgen Loockhoff, Heike Brandes, Christian Jagst, Lisa Wölber und Christoph Frauenpreiss hinzu (die meisten mit einer Übungsleiterlizenz). Auch viele Eltern erkannten den Wert dieser Arbeit und waren gerne hilfreich zur Stelle, wenn es um Unterstützung jedweder Art ging. Neben der gestiegenen Quantität wurde aber auch die Qualität der Trainingsarbeit immer deutlicher sichtbar. Waren wir früher mit Teilnahmen auf Kreisebene zufrieden, so stellten sich auf Kreisebene und zusehens auch auf Bezirksebene Erfolge ein. Sogar auf Landesebene waren wir immer häufiger zu sehen. Bis zum heutigen Tage halten die Erfolge an und zeugen von hoher Qualität in der Trainingsarbeit. Ich möchte neben den mittlerweile weit über 100 Titeln auf Kreisebene und über 20 Titeln auf Bezirksebene zwei Erfolge besonders erwähnen. Zum Einen schaffte eine Schülerinnenmannschaft des Vereins über den Bezirksmeister- und den Landesmeistertitel den vierten Platz bei den Norddeutschen Meisterschaften. Diesen Erfolg haben wir Stefanie Sieroux, Julia Krahn, Kriemhild Holthausen und Carina Oldhafer mit Helga tom Suden als Trainerin und Betreuerin zu verdanken. Zum Zweiten gelang es der Schulmannschaft des Gymnasiums Abendrothstraße Cuxhaven sich zweimal als Landesmeister für das Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ zu qualifizieren. Unter den 16 teilnehmenden Landesmeistern der anderen Bundesländer schafften sie einmal den neunten und einmal sensationell den zweiten Platz. Deutscher Vizemeister!!!! nach einer äußerst unglücklicher Niederlage im Endspiel. In dieser Schulmannschaft spielten nur Spielerinnen des TSV Altenbruch nämlich Julia und Stefanie Krahn, Carina und Julia Oldhafer, Kriemhild Holthusen, Anna Haag und Nina Schul. Zudem spielten Mannschaften des TSV Altenbruch bis heute fünfmal in der Niedersachsenliga der Mädchen bzw. Jungen (der höchstmöglichen Spielklasse für Jugendmannschaften). Neben den sportlich-erfolgreichen Kindern trainieren aber auch viele Kinder bei uns, die den Leistungsgedanken eher hinten anstellen. Um Kinder zum Tischtennissport zu motivieren, veranstalten wir auf Initiative von Helga und Klaus tom Suden (heute unter der Leitung von Heike Brandes und Jürgen Loockhoff) jedes Jahr seit mittlerweile 1991 Minimeisterschaften, die sich hervorragend dazu eignen Kinder mit unserem Sport in Kontakt zu bringen. In Zusammenarbeit mit den Grundschulen der Umgebung spielen quasi Anfänger gegeneinander. Auch hier ist die Teilnehmerzahl erfreulich mit bis zu 40 Teilnehmern. Auch im Erwachsenenbereich ist dieser stete Aufwärtstrend nicht vorbeigegangen, allerdings mußten wir frühzeitig feststellen, dass uns die Kinder nach der Schule meist endgültig verlassen, weil sie durch die Berufsausbildung anderenorts sesshaft werden. Es ist ja nicht jeder so verrückt wie Patrick Postel, der seit mittlerweile 18 Jahren regelmäßig aus Hamburg zum Punktspiel erscheint. So bleiben nur wenige Kinder übrig, die in die Erwachsenmannschaften aufrücken. Aber bis zu drei Damen- und bis zu fünf Herrenmannschaften haben zeitweise für uns aufgeschlagen.

Auch die Geselligkeit hat wie in den Anfängen ihren Platz behalten. Heute sind wir regelmäßig mit dem Fahrrad in Form einer Fahrradrallye für Jung und Alt unterwegs oder ziehen im Winter alljährlich bosselnd außendeichs einen Bollerwagen gefüllt mit vielen Köstlichkeiten von Otterndorf nach  Altenbruch, um uns anschließend mit Grünkohl zu stärken

Danke für ihre Aufmerksamkeit     

 

Axel Oldhafer